UMLOG: 10 September 2007
...urbanistic movement 3000...

Montag, 10. September 2007

arisch, doof wie brot und arbeitslose mutter

Möglicher neuer Arbeitsplatz, wenn Frau H. aus Emden das völkische Mutterdasein demnächst doch mal langweilig werden sollte:

via Kommentar von bluejax in Che's Warlog Original: Switch Reloaded

Nein, ich bin kein Freund eingebundener YouTube-Clips. Aber der passt wirklich gut...

Fällt einem ja kaum was ernstzunehmendes ein, zur arischen Dumpfbacke... Jetzt ist der Job weg. Kuchenbacken. Kinder hüten. Dem Mann die Eier kraulen. Sich wichtig machen. Wie enthirnt kann man eigentlich sein?

Dabei wurde nur das bestätigt, was wir ohnehin alle dachten. Bestimmte Frauenbilder und Mutterrollen funktionierten lt. Frau Herrman aus Emden am Besten in einem grundsätzlich wertvollen Gemeinwesen wie dem Dritten Reich, in dem "Werte wie Familie, Kinder und das Mutterdasein, (...) gefördert wurden", die dann aber leider später "durch die 68er abgeschafft wurden”. Und jetzt haben wir einen entarteten Salat anstelle des guten deutschen Apfelkuchens.

Ja, so war es gewesen. Die gute deutsche Mutter zog für das "Volk ohne Raum" eine möglichst grosse Schar kleiner Jungs heran, "zäh wie Leder, hart wie Kruppstahl", die diese heimelige Wertegesellschaft dereinst flächendeckend exportieren und verteidigen sollten. Das hat dann leider nicht so geklappt. Weswegen dann, so um 1968...

Ach, lassen wir das. Das ist mir schlicht zu doof.

Schon eher interessant wird es, wenn man sich mediale Verteidiger von Frau Herrman aus Emden anguckt, Da drängelt sich ganz vorne zB. ein Stefan Herres und sein islamophobes Hetzblog Politicallyincorrect. Die gleichen Leute, die, wo immer es (nicht) passt, von einer "islamischen Übervölkerung" und einem "Gebärmutterkrieg" gegen unsere "Zivilisation" schwafeln, Mutterschaft also nicht per se zu befürworten scheinen, beschweren sich nun über die Entlassung von Frau Herrman aus Emden durch den NDR, bzw. über die daraufhin einsetzende wohlwollende Berichterstattung der meisten Medien - obschon doch die befürworteten Familien- und Mutterschaftswerte des Dritten Reichs genau das hätten sein sollen: ein "Gebärmutterkrieg" gegen "Juden" und "slawische Untermenschen".

Arische Mutterschaftspropagandisten wie zB. Frau Herrman aus Emden - quasi sowas wie ihre V-Waffe gegen die uns bedrohende islamische "Übervölkerung" - werden verteidigt, weil sie eben einer wertvollen, sprich: einer deutschen, Kinderproduktion das Wort reden. Darum geht es. Und darum ging es die ganze Zeit.

Und jetzt, Frau H. aus Emden, mach dich einfach weg!

"Wir haben deshalb die Frau eingebaut in den Kampf der völkischen Gemeinschaft, so, wie die Natur und die Vorsehung es bestimmt hat. [...] Kämpferinnen für das gemeinsame Leben im Dienste der gemeinsamen Lebenserhaltung, die dabei den Blick nicht auf die Rechte richten, die ein jüdischer Intellektualismus vorspiegelt, sondern auf die Pflichten richten, die die Natur uns gemeinsam aufbürdet." (A.Hitler)
(Quelle - via wirres)

Drei von Vielen dazu: Hitlerblog; wirres.net; Che

tags: Eva Herrman, Dumpfbacke, Islamophobe, Hitler

Link des Artikels: http://um3000.twoday.net/stories/4248937/
Rubrik: 03 - LÜGEN & WAHN
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erich's in da house !

Gestern vor zwanzig Jahren war Erich Honecker in der Stadt. Ein kurzer Rückblick.

Honecker

Erich Honecker, 1912-1994.
Eintritt in die KPD 1930, 1935 Festnahme durch die GESTAPO, danach Inhaftierung bis Kriegsende, Befreiung durch die Rote Armee. Ab 1946 Parteivorstand der SED, 1949 Mitglied des ZK der SED. Vollmitglied des Politbüros der SED und Sekretär des ZK ab 1958. Vor August 1961 u.A. mit den Vorbereitungen zum Bau des antifaschistischen Schutzwalls befasst. Ab 1971 Nachfolger von Walter Ulbricht als 1.Sekretär des ZK der SED und Vorsitzender des Nationalen Verteidigungsrates der DDR. Von 1976-1989 Generalsekretär der SED, anschliessend Exil in Chile. Am 29.05.1994 in Santiago de Chile gestorben.

Am 09.09.1987 besuchte Erich Honecker die lange, schmale, seltsame Aktivistenstadt im Rahmen seines Staatsbesuches der BRD. Vor dem Ende des real ausprobierten Sozialismus gehörte die Heimatstadt des frühen Aktionisten Friedrich Engels zum Pfichtprogramm vieler offizieller sozialistischer Gäste.

Das bis heute als Museum betriebene "Engelshaus" - eines von mehreren Gebäuden der Familie in der Stadt - und die davor aufgestellte acht Tonnen schwere Marmor-Skulptur des Wiener Bildhauers Alfred Hrdlicka, die die Befreiung der ausgebeuteten Arbeiterschaft symbolisiert, waren beliebte Abstecher im oft freudlosen Besuchsalltag diverser Delegationen der verschiedensten Bruderländer. Vorbei. Heute kommt kaum noch jemand. Man sollte mal in Trier fragen, wie's denen damit geht...

Von Erichs Besuch in der frühindustriellen Metropole blieb seinerzeit nicht viel mehr, als ein seltsamer Teerweg, quer durch die Rabatten, auf dem die Besuchs-Kolonne schnellstmöglich wenden konnte. "Honeckers Wendeschleife", auf die - sehr zu seinem Missfallen - nur zwei Jahre später schliesslich sein ganzes Land geriet, blieb der Stadt noch einige Jahre erhalten. Sie diente lange als Stellfläche für solid-schicke 70er-Waschbetonkübel mit vertrockneten Zierpflanzen und erinnerte so, designtechnisch durchaus stilsicher, an jenen "historischen Moment".

Das allgemeine Medieninteresse während des Staatsbesuches in W-Tal galt damals hingegen weniger der DDR-Delegation, als vielmehr der peinlichen Promo-Aktion Udo Lindenbergs, der dem gequält lächelnden alten Mann Honecker während seiner Visite im Bergischen eine Elektro-Gitarre schenkte.

(Udo Lindenberg) "Als Symbol unserer gemeinsamen Friedensbemühungen habe ich Ihnen eine Gitarre mitgebracht, mit einem Slogan drauf, der Slogan heißt: 'Gitarren statt Knarren, für eine atomwaffenfreie Welt im Jahr 2000.' Die Gitarre möchte ich Ihnen, lieber Erich Honecker, überreichen."

(Erich Honecker) "Danke, Gitarren statt Knarren, sehr richtig, weiterhin viel Erfolg und auf Wiedersehen in der Deutschen Demokratischen Republik."


Dass es dazu kommen konnte, überrascht noch heute. War doch der ganze Staatsbesuch eine extrem verkrampfte Angelegenheit und ziemlich umstritten gewesen, weswegen er von den Stellen der DDR im Vorfeld auch gewohnt locker und spontanistisch vorbereitet worden war. Sogar der Eintrag ins Gästebuch des Engels-Museums wurde vorab eingedruckt, wie uns die Lokalpresse zum Wochenende verriet.

"Engels Werk ist in der Deutschen Demokratischen Republik Wirklichkeit und lebt in unserem Wirken für einen sicheren Frieden in der Welt und für das Wohl und das Glück der Menschen in unserem sozialistischen deutschen Staat fort." Hugh!

Nach wenigen Stunden war der "historische Besuch" am historischen Engels-Zentrum gelaufen. Die DDR-Besucher eilten weiter. Ihre Mission waren die Festigung der "gegenseitigen Anerkennung" durch Pomp and Circumstances, Gefeilsche mit dem dicken König um eine endgültige Grenzziehung in der Elbmitte und Besichtigungstouren westdeutscher Industrieunternehmen, die den Staatsgast auch gerne hofierten und durch ihre Konzernzentralen führten. Schliesslich hatte der klamme deutsche Staat östlich der Elbe durch Westkredite wieder Möglichkeiten. Etwas, woran sich wenige Jahre später, als man den anerkannten Staatsgast von September 87 ins chilenische Exil abschob, niemand mehr erinnern wollte.

Zum politischen Hintergrund des Staatsbesuches Erich Honeckers in der BRD sind am Wochenende zwei Beiträge in der jungen Welt erschienen. Eine Einordnung des Besuches von Franz Dieffenbach, und ein Interview mit dem damaligen Leiter der Abteilung BRD im DDR-Aussenministerium, Karl Seidel.

tags: Honecker, Lindenberg, Wuppertal, Engels-Haus, Ostblock

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Rubrik: 07 - ORT & UMGEBUNG
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Kaum war gestern der dreiteilige Artikel zur RSS-Feednutzung fertiggestellt, gab's heute morgen ein Update des Open Source Macintosh-Newsreaders VIENNA auf Version 2.2. Mehr dazu hier: KLIK !

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