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rss .1 • what - da fuck! - is it ?

Really Simple Syndication, (RSS) was man ungefähr mit "wirklich einfache Verbreitung" übersetzen könnte, steht Internetnutzern seit Anfang des Jahrtausends zur Verfügung. Eine Vielzahl oft kostenloser Programme ermöglicht seither das Abonnieren und Weiterverarbeiten von Webseiten, die das Format unterstützen. Mittlerweile gehört die 'RSS-Indizierung' von Inhalten zum Standardangebot einer Webseite, speziell, wenn sie häufiger verändert wird. Und doch hat man - zumindest in D-Land, zumindest im Bekanntenkreis - den Eindruck, dass viele Nutzer des World Wide Web dieses Angebot noch immer nicht annehmen, und die Möglichkeiten, die ein Abonnement von Webinhalten bietet, für sich noch nicht entdeckt haben.

Dabei kann man die RSS-Indizierung durchaus als einen entscheidenden Schritt auffassen, das Internetz endlich handhabbarer zu machen.


Im ersten Teil: Warum man sich mal kurz damit auseinandersetzen sollte, wenn man es noch nicht nutzt.

zu Teil 2 • ...und - was damit anfangen ?
zu Teil 3 • ...die mächtige Nachrichtenmaschine
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What - da Fuck! - is it ?


Das Internetz hat ein Problem. Von Anfang an. Es ist gross und immer grösser und vollständig unübersichtlich. Daher gab es schon früh Versuche, der trottelhaften Orientierungslosigkeit seiner Nutzer abzuhelfen.

Programmzeitschriften des World Wide Web
Einer dieser Versuche waren etwa die grossen Portale der Neunziger. Die Anbieter der Portale versuchten, indem sie sich als Vorfilter etablieren wollten, ihren Kunden vorgekaute und ausgewählte Netzinhalte näherzubringen. Sie rückten damit das noch im Entstehen begriffene Datennetz in die Nähe von etwas Bekanntem, nämlich des Fernsehens. Als Kunde, sagen wir von AOL, konnte man 1995 mit einiger Berechtigung sagen, "Ich guck' mal, was im Internet kommt." Manche, wie der Technologieminister Glos befinden sich auch heute noch in diesem Passiv-Modus, und sind daher froh, dass sie "Gott sei Dank" Leute haben, die für sie das "Internet bedienen".

Anderen jedoch war das, was Ihnen von Compuserve, AOL und anderen zur Verfügung gestellt wurde, von Anfang an nicht gut genug. Dieses Medium war schliesslich grösser als das, was man dort finden konnte und es musste interessantere Inhalte und spezielliere Angebote geben. Man müsste sie nur finden können.

Handbücher des Datenstroms
So begaben sich schlaue Leute daran, das Internet zu indizieren, zu katalogisieren und über Suchmaschinen zugänglicher zu machen. Dutzende Anbieter machten sich auf, die freie Planstelle als virtuelles Handbuch des surfenden Fähnleins Wieselschweif zu besetzen.

Sie fanden mal mehr, mal weniger genau wonach man gesucht hatte, und für kurze Zeit erlebten so genannte Metasuchmaschinen einen evolutionären Moment, die viele der frühen Verzeichnisse gleichzeitig durchsuchen konnten. Leider war die umfassende Erfassung ohne weitere qualitative Bewertung auch keine Lösung, weil die Ergebnisse ähnlich unhandlich waren, wie das Netz selber.

Doch dann kam Google wurde zum Platzhirsch unter den Suchmaschinen - (leider auch zur allumfassenden Bedrohung, doch das ist ein anderes Thema) - und seitdem finden wir alle genau jene Inhalte, die Google findet und auf den roundabout ersten besten zwanzig Trefferplätzen listet.

The Rest Fades Away - genau wie die meisten der anderen Suchdienste, die an den Start gegangen waren, auf Dauer aber mit Googles gutem Such-Algorhitmus nicht mithalten konnten.

Hausmeister des Internets
Das eigentliche Problem bleibt. Noch immer müssen wir als Nutzer wissen, wonach genau wir eigentlich suchen, und noch immer müssen wir als Anbieter darauf achten, jene Phrasen zu dreschen, die andere suchen, und die Google findet und listet.

Auf dieser zusammengeschusterten Basis konnte sich eine ganze Branche etablieren, die sich - analog zu den sich heute als "Facility Manager" bezeichnenden Hausmeistern - "Search Engine Optimizer" (SEO) nennt, und die nichts anderes tut, als Kommunikation soweit zu standardisieren, dass sie in die Werkzeugschränkchen des Hausmeisters Google auch reinpasst.

Dazu kommt: Selbst der akribischste Hausmeister braucht Zeit für seine kleinteilige Ordnung. Je mehr Dinge ständig im Fluss sind, umso schwerer wird es, sie fortlaufend zu sortieren. Auch die allgegenwärtigsten Google-Bots kommen nicht täglich bei einer Seite vorbei.

Das war nicht weiter schlimm, als es noch Spezialwissens bedurfte, Inhalte einer Webseite auf einen Server zu laden und zu verändern. So, wie die alten Portale aus dem Netz eine Art 'Fernsehen' gemacht hatten, so gestalteten jahrelang Armeen von Webdesignern rein statische 'Prospekte', die bestenfalls zweimal im Jahr aktualisiert wurden. Das machte es nicht nur Google relativ leicht, soetwas wie einen aktuell gültigen Bestand anzubieten.

Mittlerweile jedoch hat sich das drastisch geändert. Das UMLOG ist ein Beispiel dafür, wie einfach es geworden ist, dynamische Inhalte zu publizieren - ohne besondere Ausbildung und sogar ohne grossen Kostenaufwand. Was die ganze Angelegenheit zweifellos demokratischer, aber auch noch wesentlich unübersichtlicher gemacht hat.

Virtuelle Sammelalben
Immer noch nutzen wir das Internet daher in dem Bewusstsein, dass da draussen noch andere oder neuere Angebote existieren und von denen wir keine Ahnung haben. Immer noch ist das, was wir da machen, weniger ein 'surfen', als ein zufälliges 'dahintreiben'.

Aus purer Hilflosigkeit haben wir uns deshalb im Laufe der Jahre tausende von Lesezeichen, Bookmarks oder Favoriten angelegt, froh darüber, hin und wieder mehr zufällig auf Webadressen gestossen zu sein, die uns wirklich interessieren könnten. Und so loggen wir uns täglich rein ins Netz, rufen Lesezeichen um Lesezeichen auf und kontrollieren den Inhalt einer Seite, ständig auf der Suche nach aktuellen Updates...

Was natürlich nicht geht und niemals ging. Nicht mit fünfzig Lezezeichen, erst recht nicht mit tausend. So ruhen die meisten unserer Bookmarks, niemals wieder aufgerufen, in den Tiefen unserer virtuellen Sammelalben und nach einiger Zeit haben wir vergessen, dass es sie überhaupt gibt.

Es fehlt uns einfach die Zeit, auch nur die wichtigsten Online-Ausgaben der Tageszeitungen regelmässig anzusteuern, um ein zentrales Versprechen des Internets einzulösen, nämlich möglichst viele Sichtweisen zu einem einzelnen Thema kennenlernen zu können. Was also tun?

Ein wirklich einfacher Überblick
Es müsste eine Möglichkeit geben, schnell und auf einen Blick zu erkennen, ob, und was eine unserer Lieblingsadressen Neues anzubieten hat. Ohne sie jedesmal aufrufen zu müssen, und ohne sich jedesmal durch Content zu klicken, den man bereits kennt, oder der einen nicht sonderlich interessiert.

Es müsste ein sich automatisch aktualisierendes Inhaltsverzeichnis aller unserer Lesezeichen geben.

Nicht nur würden wir es nie mehr verpassen, wenn auf einer Seite, die wir als wichtig erachten, Wesentliches veröffentlicht würde, wir würden darüberhinaus auch nicht mehr ausschliesslich von Google abhängig sein. Die Inhalte dieser Seite würden uns auch erreichen können, wenn wir gar nicht nach Enstprechendem gesucht haben. Antworten würden uns quasi zugeschickt, ohne dass wir zuvor gefragt haben müssen.

Erst dann könnten wir das Netz als Inspiration nutzen und nicht nur als ein von einem akribischen Hausmeister gepflegtes Handbuch.

Und wenn wir sowas schon hätten, wie hilfreich wäre es dann erst, wenn wir auch noch regelmässig die Ergebnisse auf unsere Suchanfragen bei Google, oder die Antworten auf einen unserer Beiträge in einem Forum oder unseren Kommentar in einem Blog verfolgen könnten, ohne die entsprechende Suche wiederholen, oder die Forenübersicht ständig aufrufen zu müssen?

Gäbe es soetwas, würde sich vieles für uns verändern. Auch für diejenigen, die selber etwas im www veröffentlichen. Auch sie wären ein Stückchen unabhängiger vom Megamonopolisten, dessen Ranking der Suchergebnisse für sie nur schwer durchschaubar ist. Schliesslich würde es reichen, wenn andere Webseitenbetreiber auf ihren Seiten auf unsere Beiträge hinwiesen, deren Leser dann automatisch von uns erfahren würden.

Vereinfacht gesagt, würde ein eigenes Netz im Netz entstehen können, eines, das weniger auf zentrale Schaltstellen angewiesen wäre.

Die gute Nachricht zum Schluss des ersten Teils ist, das alles gibt es schon. Es verbirgt sich alles hinter den drei Buchstaben RSS und ihrem kleinen, meist orangefarbenen Icon, das auf vielen Webseiten oder in der Adresszeile des Browsers ein, zu häufig noch unbeachtetes, Dasein fristet.

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tags: RSS, Feeds, Newsreader, Internet

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Rubrik: 05 - NETZ & RECHNER
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