UMLOG: 05 - NETZ & RECHNER
...urbanistic movement 3000...

05 - NETZ & RECHNER

Sonntag, 9. September 2007

RSS ? was, weshalb und wie...

Das UMLOG abonnieren? Zu den UMLOG - RSS-Feedlinks.

Prolog
Der unten verlinkte Artikel ist dann doch soetwas wie ein dreiteiliges 'Tutorial' geworden, obwohl ich mich selber in der Sache als Laien bezeichnen würde. Das war eigentlich gar nicht beabsichtigt. Ursprünglich wollte ich nur kurz das Thema RSS näherbringen, denn es stört mich, dass sich nur wenige die Mühe machen, für Webseiten-Abonnements zu werben, indem sie einfach mal erklären, worum es sich handelt - auch wenn viele Anbieter ihre Feedlinks mit kurzen, meist jedoch leider völlig nichtssagenden Begleittexten versehen.

Und es wundert mich auch etwas. Gibt es doch ansonsten zu jedem gehypten Pseudokram im Netz ausführliche Anleitungen, Besprechungen und Hinweise, die sich nicht nur darauf beschränken, dem Nutzer zu sagen: "Hier ist es, du kannst es verwenden, es ist toll!"

Erklären kann ich es mir eigentlich nur damit, dass RSS-Feeds für die properen Kollegen vom Marketing nicht relevant - vielleicht eher sogar schädlich - sind. Gehören doch Volltext-Feeds, die im Vorschaufenster eines Newsreaders gelesen werden können, (noch) zu den wenigen Oasen des Internets, in denen einem keine, oder zumindest wenige, abgefuckte Konsumhinweise ins Hirn gedrückt werden.

Wäre es so, wäre es allerdings ein Armutszeugnis für die restlichen Multiplikatoren des Webs, die noch nicht vollständig von der Kommerzbrause besoffen sind. Bei ihnen mag die (scheinbare?) thematische Absenz mit einer gewissen Betriebsblindheit zusammenhängen - man erklärt ja schliesslich auch Niemandem mehr, was ein Browser ist... Meine persönliche Erfahrung jedenfalls ist, dass die Mehrzahl der mir bekannten Internetnutzer weder Ahnung von RSS, noch jemals ein Feed-Abo ausprobiert hat.

Für alle, die in der Materie zuhause sind, bietet die dreiteilige Textwüste sicherlich nichts Neues. Doch um sie ging es mir mit dieser Artikelserie auch nicht. Falls sie sie dennoch lesen, würde ich ernsthaft darum bitten, in den Kommentaren sinnvolle Ergänzungen zu machen, oder mich auf Fehler hinzuweisen.

Für die anderen, die wissen wollen, worum es sich bei RSS handelt, geht's hier entlang:


RSS .1 • "What - da Fuck! - is it ?"
Das grundsätzliche Problem des Internets und mögliche Antworten darauf durch Newsfeeds
RSS .2 • "...und - was damit anfangen ?"
Worum es sich bei RSS-Feeds handelt, und wie man sie in seinem Browser zum Leben erweckt
RSS .3 • "...die mächtige Nachrichtenmaschine"
Über Newsreader - und den Umgang mit den nach einer Installation anrollenden Informationen

zur RSS-Linkliste "Starterkit"
Kostenlose Newsreader, 25 Abonnementempfehlungen, weiterführende Links zu RSS

Zu den UMLOG RSS-Feeds


tags: RSS, Feeds, Newsreader, Internet

Link des Artikels: http://um3000.twoday.net/stories/4242123/
Rubrik: 05 - NETZ & RECHNER
0 Kommentare

rss .1 • what - da fuck! - is it ?

Really Simple Syndication, (RSS) was man ungefähr mit "wirklich einfache Verbreitung" übersetzen könnte, steht Internetnutzern seit Anfang des Jahrtausends zur Verfügung. Eine Vielzahl oft kostenloser Programme ermöglicht seither das Abonnieren und Weiterverarbeiten von Webseiten, die das Format unterstützen. Mittlerweile gehört die 'RSS-Indizierung' von Inhalten zum Standardangebot einer Webseite, speziell, wenn sie häufiger verändert wird. Und doch hat man - zumindest in D-Land, zumindest im Bekanntenkreis - den Eindruck, dass viele Nutzer des World Wide Web dieses Angebot noch immer nicht annehmen, und die Möglichkeiten, die ein Abonnement von Webinhalten bietet, für sich noch nicht entdeckt haben.

Dabei kann man die RSS-Indizierung durchaus als einen entscheidenden Schritt auffassen, das Internetz endlich handhabbarer zu machen.


Im ersten Teil: Warum man sich mal kurz damit auseinandersetzen sollte, wenn man es noch nicht nutzt.

zu Teil 2 • ...und - was damit anfangen ?
zu Teil 3 • ...die mächtige Nachrichtenmaschine
zur RSS-Linkliste "Starterkit"


What - da Fuck! - is it ?


Das Internetz hat ein Problem. Von Anfang an. Es ist gross und immer grösser und vollständig unübersichtlich. Daher gab es schon früh Versuche, der trottelhaften Orientierungslosigkeit seiner Nutzer abzuhelfen.

Programmzeitschriften des World Wide Web
Einer dieser Versuche waren etwa die grossen Portale der Neunziger. Die Anbieter der Portale versuchten, indem sie sich als Vorfilter etablieren wollten, ihren Kunden vorgekaute und ausgewählte Netzinhalte näherzubringen. Sie rückten damit das noch im Entstehen begriffene Datennetz in die Nähe von etwas Bekanntem, nämlich des Fernsehens. Als Kunde, sagen wir von AOL, konnte man 1995 mit einiger Berechtigung sagen, "Ich guck' mal, was im Internet kommt." Manche, wie der Technologieminister Glos befinden sich auch heute noch in diesem Passiv-Modus, und sind daher froh, dass sie "Gott sei Dank" Leute haben, die für sie das "Internet bedienen".

Anderen jedoch war das, was Ihnen von Compuserve, AOL und anderen zur Verfügung gestellt wurde, von Anfang an nicht gut genug. Dieses Medium war schliesslich grösser als das, was man dort finden konnte und es musste interessantere Inhalte und spezielliere Angebote geben. Man müsste sie nur finden können.

Handbücher des Datenstroms
So begaben sich schlaue Leute daran, das Internet zu indizieren, zu katalogisieren und über Suchmaschinen zugänglicher zu machen. Dutzende Anbieter machten sich auf, die freie Planstelle als virtuelles Handbuch des surfenden Fähnleins Wieselschweif zu besetzen.

Sie fanden mal mehr, mal weniger genau wonach man gesucht hatte, und für kurze Zeit erlebten so genannte Metasuchmaschinen einen evolutionären Moment, die viele der frühen Verzeichnisse gleichzeitig durchsuchen konnten. Leider war die umfassende Erfassung ohne weitere qualitative Bewertung auch keine Lösung, weil die Ergebnisse ähnlich unhandlich waren, wie das Netz selber.

Doch dann kam Google wurde zum Platzhirsch unter den Suchmaschinen - (leider auch zur allumfassenden Bedrohung, doch das ist ein anderes Thema) - und seitdem finden wir alle genau jene Inhalte, die Google findet und auf den roundabout ersten besten zwanzig Trefferplätzen listet.

The Rest Fades Away - genau wie die meisten der anderen Suchdienste, die an den Start gegangen waren, auf Dauer aber mit Googles gutem Such-Algorhitmus nicht mithalten konnten.

Hausmeister des Internets
Das eigentliche Problem bleibt. Noch immer müssen wir als Nutzer wissen, wonach genau wir eigentlich suchen, und noch immer müssen wir als Anbieter darauf achten, jene Phrasen zu dreschen, die andere suchen, und die Google findet und listet.

Auf dieser zusammengeschusterten Basis konnte sich eine ganze Branche etablieren, die sich - analog zu den sich heute als "Facility Manager" bezeichnenden Hausmeistern - "Search Engine Optimizer" (SEO) nennt, und die nichts anderes tut, als Kommunikation soweit zu standardisieren, dass sie in die Werkzeugschränkchen des Hausmeisters Google auch reinpasst.

Dazu kommt: Selbst der akribischste Hausmeister braucht Zeit für seine kleinteilige Ordnung. Je mehr Dinge ständig im Fluss sind, umso schwerer wird es, sie fortlaufend zu sortieren. Auch die allgegenwärtigsten Google-Bots kommen nicht täglich bei einer Seite vorbei.

Das war nicht weiter schlimm, als es noch Spezialwissens bedurfte, Inhalte einer Webseite auf einen Server zu laden und zu verändern. So, wie die alten Portale aus dem Netz eine Art 'Fernsehen' gemacht hatten, so gestalteten jahrelang Armeen von Webdesignern rein statische 'Prospekte', die bestenfalls zweimal im Jahr aktualisiert wurden. Das machte es nicht nur Google relativ leicht, soetwas wie einen aktuell gültigen Bestand anzubieten.

Mittlerweile jedoch hat sich das drastisch geändert. Das UMLOG ist ein Beispiel dafür, wie einfach es geworden ist, dynamische Inhalte zu publizieren - ohne besondere Ausbildung und sogar ohne grossen Kostenaufwand. Was die ganze Angelegenheit zweifellos demokratischer, aber auch noch wesentlich unübersichtlicher gemacht hat.

Virtuelle Sammelalben
Immer noch nutzen wir das Internet daher in dem Bewusstsein, dass da draussen noch andere oder neuere Angebote existieren und von denen wir keine Ahnung haben. Immer noch ist das, was wir da machen, weniger ein 'surfen', als ein zufälliges 'dahintreiben'.

Aus purer Hilflosigkeit haben wir uns deshalb im Laufe der Jahre tausende von Lesezeichen, Bookmarks oder Favoriten angelegt, froh darüber, hin und wieder mehr zufällig auf Webadressen gestossen zu sein, die uns wirklich interessieren könnten. Und so loggen wir uns täglich rein ins Netz, rufen Lesezeichen um Lesezeichen auf und kontrollieren den Inhalt einer Seite, ständig auf der Suche nach aktuellen Updates...

Was natürlich nicht geht und niemals ging. Nicht mit fünfzig Lezezeichen, erst recht nicht mit tausend. So ruhen die meisten unserer Bookmarks, niemals wieder aufgerufen, in den Tiefen unserer virtuellen Sammelalben und nach einiger Zeit haben wir vergessen, dass es sie überhaupt gibt.

Es fehlt uns einfach die Zeit, auch nur die wichtigsten Online-Ausgaben der Tageszeitungen regelmässig anzusteuern, um ein zentrales Versprechen des Internets einzulösen, nämlich möglichst viele Sichtweisen zu einem einzelnen Thema kennenlernen zu können. Was also tun?

Ein wirklich einfacher Überblick
Es müsste eine Möglichkeit geben, schnell und auf einen Blick zu erkennen, ob, und was eine unserer Lieblingsadressen Neues anzubieten hat. Ohne sie jedesmal aufrufen zu müssen, und ohne sich jedesmal durch Content zu klicken, den man bereits kennt, oder der einen nicht sonderlich interessiert.

Es müsste ein sich automatisch aktualisierendes Inhaltsverzeichnis aller unserer Lesezeichen geben.

Nicht nur würden wir es nie mehr verpassen, wenn auf einer Seite, die wir als wichtig erachten, Wesentliches veröffentlicht würde, wir würden darüberhinaus auch nicht mehr ausschliesslich von Google abhängig sein. Die Inhalte dieser Seite würden uns auch erreichen können, wenn wir gar nicht nach Enstprechendem gesucht haben. Antworten würden uns quasi zugeschickt, ohne dass wir zuvor gefragt haben müssen.

Erst dann könnten wir das Netz als Inspiration nutzen und nicht nur als ein von einem akribischen Hausmeister gepflegtes Handbuch.

Und wenn wir sowas schon hätten, wie hilfreich wäre es dann erst, wenn wir auch noch regelmässig die Ergebnisse auf unsere Suchanfragen bei Google, oder die Antworten auf einen unserer Beiträge in einem Forum oder unseren Kommentar in einem Blog verfolgen könnten, ohne die entsprechende Suche wiederholen, oder die Forenübersicht ständig aufrufen zu müssen?

Gäbe es soetwas, würde sich vieles für uns verändern. Auch für diejenigen, die selber etwas im www veröffentlichen. Auch sie wären ein Stückchen unabhängiger vom Megamonopolisten, dessen Ranking der Suchergebnisse für sie nur schwer durchschaubar ist. Schliesslich würde es reichen, wenn andere Webseitenbetreiber auf ihren Seiten auf unsere Beiträge hinwiesen, deren Leser dann automatisch von uns erfahren würden.

Vereinfacht gesagt, würde ein eigenes Netz im Netz entstehen können, eines, das weniger auf zentrale Schaltstellen angewiesen wäre.

Die gute Nachricht zum Schluss des ersten Teils ist, das alles gibt es schon. Es verbirgt sich alles hinter den drei Buchstaben RSS und ihrem kleinen, meist orangefarbenen Icon, das auf vielen Webseiten oder in der Adresszeile des Browsers ein, zu häufig noch unbeachtetes, Dasein fristet.

zu Teil 2 • ...und - was damit anfangen ?

zurück zur Übersicht
zu den UMLOG RSS-Newsfeeds


tags: RSS, Feeds, Newsreader, Internet

Link des Artikels: http://um3000.twoday.net/stories/4229201/
Rubrik: 05 - NETZ & RECHNER
0 Kommentare

Samstag, 8. September 2007

rss .2 • ...und - was damit anfangen ?

RSS-Feeds bieten also, wie in Teil 1 beschrieben, die Möglichkeit, automatisierte Aktualisierungen abonnierter Websites, die neuesten Ergebnisse zu unseren Suchanfragen und die Entwicklung der Kommunikation in einem Weblog oder in einem Forum zu verfolgen, ohne dafür eigens die Adresse aufrufen zu müssen. Ausserdem verhelfen sie uns zu neuen Folgen unserer Lieblings-Podcasts, die automatisch in unser Audio- bzw. Videoprogramm, oder unseren MP3-Player geladen werden können. Wie aber nutzt man sie?

Im zweiten Teil wird beschrieben ist, wo man RSS-Links findet, worum es sich dabei handelt, und wie man sie in seinem Browser zum Leben erweckt.

zu Teil 1 • What - da Fuck - is it ?
zu Teil 3 • ...die mächtige Nachrichtenmaschine
zur RSS-Linkliste "Starterkit"


...und - was damit anfangen ?


Der Abo-Button
Ein abonnierbarer RSS-Feed ist zunächst nichts anderes als ein Web-Link, dessen Dateiendung jedoch nicht '.html', oder '.htm' lautet, sondern u.A. '.xml', '.rdf' oder '.rss'. Dahinter verbergen sich verschiedene Dateiformate, die sich für eine so genannte maschinelle Weiterverarbeitung eignen.

Damit die so verlinkte, im Rohzustand jedoch kaum lesbare, Textdatei für den Nutzer verwendbar wird, wird dieser RSS-Feed-Link nicht einfach angeklickt, sondern in ein entsprechendes Leseprogramm eingegeben. Diesen Vorgang nennt man abonnieren. (Es gibt Möglichkeiten des automatischen Abonnements durch einfaches Anklicken - etwa im Firefox-Browser - doch dazu später...)

Finden lässt sich so ein Abo-Link in der Regel an prominenter Stelle einer Website, also RSS-Button auf einer entsprechende Übersichtsseite, (wie im UMLOG), oder direkt auf der Startseite mit einem inzwischen weit verbreiteten, orangefarbenen RSS-Button in der Nähe, der sich in manchen Browsern auch automatisch und anklickbar in der Adresszeile zeigt, sobald eine Webadresse ein Abonnement ihrer Inhalte anbietet.

Was Seitenbetreiber im Rahmen ihrer RSS-Feeds anbieten, ist sehr verschieden. Es gibt den einfachen Index, der sämtliche Artikel einer Webseite erfasst, es gibt aber auch spezielle Feeds, die nur die Artikel einzelner Ressorts beinhalten. Das ist häufig bei Zeitungen der Fall. So bietet z.B. die "Süddeutsche Zeitung" auf ihrer RSS-Übersichtsseite Einzel-Abonnements der Ressorts 'Politik', 'Sport' oder 'Kultur' usw. an.

Ebenso unterscheidet sich der mit einem RSS-Feed gelieferte Inhalt, d.h. das, was eine Website im Rahmen ihrer Indizierung beim Leseprogramm des Abonnenten abliefert. Webseitenbetreiber, die fürchten, durch Nutzer von sogenannten externen Newsreadern, (dazu mehr in Teil 3), zuviele Klicks auf ihre originäre Domain - und damit wohl zuviel Kohle der Werbewirtschaft - zu verlieren, neigen dazu, lediglich Artikelüberschriften anzubieten. Einen solchen Stümmel-Feed bietet z.B. das ehemalige Nachrichtenmagazin bei "Spiegel Online". Das ist für den Abonnenten natürlich wenig informativ, und es verleitet den Autor zu möglichst reisserischen Überschriften, da diese dazu dienen müssen, einen Leser zum Besuch der Ursprungsseite zu animieren.

Schon informativer sind Indizierungen, die neben der Überschrift eines Artikels auch "Teaser" enthalten. Die bezogenen Inhalte brechen hierbei zumeist irgendwo nach den ersten 200+ Zeichen ab. Will man weiterlesen, findet man darunter einen weiterführenden Link zur Originalveröffentlichung. Ein Beispiel eines solchen Feeds findet man u.A. bei der "Riesenmaschine", einem, 2006 mit dem Grimmepreis ausgezeichneten Mainstream-Weblog der "Zentralen Intelligenz Agentur". Die Motivation der Betreiber, die Information nach einigen Sätzen abbrechen zu lassen, dürfte dabei ähnlich sein wie im vorigen Fall.

Die nutzerfreundlichsten Feeds sind zweifellos die, die den kompletten Inhalt eines Beitrages zum jeweiligen Feedreader schicken, also auch in einen Text eingebundene weiterführende Links, Fotos, bzw. Audio- oder Videostreams. In diesem Fall lässt sich für den Nutzer der gesamte Artikel im Vorschaufenster eines Leseprogramms nutzen, ohne dass auf die Ursprungsseite gewechselt werden muss. Lediglich auf das Layout der abonnierten Seite muss dabei verzichtet werden, was häufig aber ein so grosser Verlust nicht ist... Einen solchen kompletten Feed findet man auch für das UMLOG als Ganzes sowie für einzelne Themenbereiche.

Womit ein Nutzer am zufriendensten ist, hängt im Endeffekt davon ab, was sein Leseprogramm verarbeiten kann. Womit wir bei den verschiedenen technischen Möglichkeiten angekommen sind, RSS-Feeds zu abonnieren.

Der lebende Browser
Die einfachste Methode, einen News-Feed zu abonnieren, bieten die meisten der modernen Browser, bei denen die RSS-Verarbeitung bereits integriert ist. Nachfolgend wird beschrieben, wie Webseiten-Abos mit Firefox korrespondieren. Nutzer von Safari, (ab Version 2.0), oder des fürchterlichen Internet-Explorers etc.pp. mögen sich mit den entsprechenden Hilfe-Themen ihres Browsers auseinandersetzen.

Firefox reagiert bei einem Klick auf einen Abo-Link automatisch, indem er versucht, den ausgewählten RSS-Feed irgendwo zu abonnieren. In der aktuellen Version, (Firefox 2.0), Screenshot wird zu diesem Zweck in den Browser-Einstellungen unter dem Punkt 'Feeds' festgelegt, wo das Abonnement angelegt werden soll. Das kann eine externe Anwendung sein, etwa ein 'Newsreader', (Beschreibung in Teil 3), oder die voreingestellte Funktion 'dynamische Lesezeichen'. Hierbei wird, nach Anklicken eines RSS-Links, der normale Firefox-Lesezeichendialog aufgerufen und bestimmt, in welchem Lesezeichenordner sich das anzulegende 'dynamische Lesezeichen' zukünftig befinden soll. Für den schnellen Zugriff auf ein Webseiten-Abo bietet sich hierfür der Odner 'Lesezeichen-Symbolleiste' an.

Ist dieser Vorgang, der nicht länger dauert, als ein normales Lesezeichen anzulegen, ausgeführt, erscheint das 'dynamische Lesezeichen' umgehend als Aufklappmenü in der 'Lesezeichen-Symbolleiste', oberhalb des Browser-Hauptfensters. Hierin finden sich nun die Überschriften der letzten Artikel eines Abos jeweils als direkter Link zur Originalquelle.

Diese platzsparende browserinterne Möglichkeit zum Webseiten-Abonnement, die ohne jedes zusätzliche Programm auskommt, bietet allerdings nur Rudimentärinformationen - eben nur die verlinkten Überschriften der lezten Artikel einer Webseite.

Für Nutzer, die lediglich die letzten vom Zaun gebrochenen Kriege, die aktuellen Ergebnisse der Liga, oder die aktuellsten Katastrophen im Auge behalten wollen, und deren Interesse hauptsächlich dem Abonnement von BBC-News, der Tagesschau oder des ZDF gilt, ist das praktikabel.

Für alle, die Inhalte beziehen wollen, die über reine Nachrichten hinausgehen, ist diese eingebaute Abo-Funktion eines Webbrowsers zu wenig.* Sie sollten sich die kleine Mühe machen, einen externen Newsreader zu installieren, der in einigen Fällen sogar einen eigenen, integrierten Webbrowser zur Verfügung stellt.

* Firefox kann selber auch zu einem kompletten Newsreader erweitert werden, hierzu ist die Installation eines entsprechenden 'Add-on' notwendig, etwa des Wizz RSS News Readers, den man, nebst vieler weiterer Lösungen, auf den Add-on-Seiten von Firefox findet. Es sollte aber bedacht werden, dass der ohnehin mächtige und manchmal etwas langsame Browser durch Anfüttern mit umfangreichen Add-ons nicht unbedingt handlicher wird.

zu Teil 3 • ...die mächtige Nachrichtenmaschine

zurück zur Übersicht
zu den UMLOG RSS-Newsfeeds


tags: RSS, Feeds, Newsreader, Internet

Link des Artikels: http://um3000.twoday.net/stories/4242119/
Rubrik: 05 - NETZ & RECHNER
0 Kommentare

Freitag, 7. September 2007

rss .3 ...die mächtige nachrichtenmaschine

Wer bereit ist, sein Internet-Nutzungsverhalten auf die Möglichkeiten umzustellen, die die RSS-Technologie bietet, und den ganzen Mehrwert von Web-Abonnements mitnehmen möchte, sollte sich auf die Suche nach einem passenden Programm machen. Das kann ein Email-Programm sein, das in der Lage ist, neben Emails auch News-Feeds zu verwalten, wie z.B. der Mozilla-Thunderbird, oder ein sogenannter Newsreader, von denen es für alle Betriebssysteme kostenlose, aber voll funktionstüchtige Angebote gibt.

Im dritten Teil geht es um solche Newsreader - und den Umgang mit den nach ihrer Installation anrollenden Informationen.

zu Teil 1 • What - da Fuck! - is it ?
zu Teil 2 • ...und - was damit anfangen ?
zur RSS-Linkliste "Starterkit"


...die mächtige Nachrichtenmaschine


Feed me!
Ein Newsreader-Programm hat man sich zunächst als spezialisierten Webbrowser vorzustellen, der zumeist um einige browserspezifische Funktionen abgespeckt wurde, dafür aber eine mehr oder weniger bequeme Verwaltung zahlloser RSS-Feeds bietet. Wie sieht sowas aus?

ScreenshotDas typische Newsreader-Fenster ist dreigeteilt. In einer linken Spalte findet man eine Liste seiner Web-Abos, die dort je nach Bedarf angeordnet und in thematische Unterordner abgelegt werden können. Nebenan, im Zentralfenster, erscheint häufig oben eine Liste aller neuen, bzw. ungelesenen Nachrichten jener Quelle, die man zuvor links ausgewählt hat, und unterhalb dieser Nachrichtenübersicht bieten die meisten Newsreader einen eigenen Vorschaubereich, der den Inhalt der oben angeklickten Nachricht anzeigt. Dieses Vorschaufenster zeigt, wie in Teil 2 beschrieben, entweder nichts, (wenn der Feed nur Headlines anbietet), einen kurzen Teaser bei Feeds mit Zusammenfassungen, oder den gesamten Artikeltext eines Abonnements, mit allen Fotos, Videos und Links.

Bei Notwendigkeit - etwa zum Lesen eines Artikels für den nur Überschriften übermittelt worden sind, lässt sich in Newsreadern mit eingebautem Webbrowser - durch Doppelklick auf eine ausgewählte Nachricht - zudem im gleichen Hauptfenster die ganze Original-HTML-Webseite mit dem entsprechenden inhalt aufrufen. (Weniger umfangreiche Programme, ohne eigenen Browser, öffnen nach einem Doppelklick stattdessen die Zieladresse im eingestellten Standard-Webbrowser.)

Alle Newsreader-Programme zeigen auf den ersten Blick, ob und wieviele neue Artikel einer Webseite vorliegen, und sie lassen sich so einstellen, dass entweder regelmässige automatische Aktualisierungen im Hintergrund ablaufen, oder dass Feeds nur nach einer manuellen Anweisung aktualisiert werden. Darüberhinaus bieten viele Newsreader weitere Funktionen, wie z.B. intelligente Ordner, die nach zuvor festgelegten Kriterien eingehende Nachrichten durchsuchen, um die entsprechenden Quellen in einem eigenen Odner anzuzeigen, oder aber die Möglichkeit, Abo-Listen mit anderen auszutauschen.

Will man eine Webseite regelmässig beziehen, muss man in jedem Newsreader ein neues Abonnement anlegen, indem man im dazu genutzten Dialogfenster den zuvor auf einer Webseite kopierten RSS-Link an entsprechender Stelle eingibt. (Die meisten Newsreader erledigen das Einsetzen eines kopierten Links automatisch aus dem Zwischenspeicher, sobald man das Dialogfenster öffnet.) Der Newsreader wird daraufhin das neue Abonnement im zuvor ausgewählten Themenodner anlegen, ein erstes Mal die zugehörigen Informationen abrufen und die vorhandenen Nachrichten im Hauptfenster anzeigen. (Noch einfacher gestaltet sich das Abonnieren von Feeds, wenn man Firefox nutzt, und in den Voreinstellungen, wie in Teil 2 dargestellt, den Newsreader anstelle der 'dynamischen Lesezeichen' auswählt. Firefox übernimmt dann alles Weitere, d.h. der Browser öffnet selbsttätig den Newsreader, abonniert dort den angeklickten RSS-Feed, und legt das neue Abo im zuletzt benutzten Themenordner ab.)

Alle Features und Möglichkeiten eines modernen Newsreaders aufzuführen, führte hier zu weit. Zuviele verschiedene Programme stehen zur Verfügung, zuviele spezielle Lösungen für gleiche Aufgaben werden angeboten. Alle bisher ausprobierten Programme waren aber ziemlich selbsterklärend und in weniger als einer Stunde soweit zu beherrschen, dass man gut mit ihnen arbeiten konnte. Die wesentlichen Funktionen wie neues Abonnement anlegen; neuen Odner anlegen; eine Nachricht als gelesen markieren; alle Nachrichten als gelesen markieren; Abonnements aktualisieren etc., sind ohnehin fast überall identisch. Wer sich unsicher fühlt, sollte aber vielleicht schon beim Download eines Programmes darauf achten, dass eine entsprechende Dokumentation dabei ist, was durchaus nicht in jedem Paket gewährleistet ist.

Eine Linkliste zu den populärsten -zumeist kostenlosen - Newsreadern findet sich im Starterkit, das diesem Artikel angehängt ist.

Schwimmen lernen
Welche Erfahrungen macht man, wenn man gelernt hat, mit dynamischen Webinhalten zu arbeiten, und den ersten Querschnitt von Nachrichtenanbietern, Weblogs und Periodika abonniert hat? Zunächst einmal sind Geschwindigkeit und Umfang der Informationen, die einem das Datennetz ab sofort jederzeit in den eigenen Rechner spült, überwältigend.

Und sobald Aussergewöhnliches passiert, bemerkt man, dass man viele Informationen aus verschiedenen Blickwinkeln vorliegen hat, bevor auch nur der erste Nachrichtenkanal im Fernsehen einige von ihnen in seine stündlichen News aufnimmt. So erging es mir mit der explodierenden Tube in London oder mit dem Untergang New Orleans'. Schnell stellt man auch fest, dass die Mitteilungen, die man im Newsreader findet - immer abhängig von den abonnierten Quellen - oft viel weitergehender sind, als das, was durch normale Medien vermittelt wird.

Es gab, während "Kathrina", Blogs, die noch Texte aus "NOLA" sendeten, als ringsum längst Chaos ausgebrochen war. Die eskaliernde Situation im Superdome und die massive Ignoranz staatlicher Stellen Nöten der Community gegenüber, waren dort Thema, als die grossen News-Channels noch gar nicht begriffen hatten, was abging.

Entdeckt hatte ich das erste "Kathrina-Blog" durch eine kleine Randnotiz in einer deutschen Zeitung, die aus ihm zitierte. Nachdem ich es per RSS abonniert hatte, stiess ich dort in Artikeln auf weitere Quellen, die schliesslich zusammen ein dichtes Gesamtbild vermittelten. Auf diese Weise lernte ich, dass auch die später in D-Land publizierten Artikel zunächst kaum über andere Quellen verfügten, als ich mit meinem Newsreader. Die Unmittelbarkeit schuf ein Gefühl der Unabhängigkeit einzelnen Medien gegenüber. Ganz abgesehen davon, dass vorliegende lokale Quellen und berichtende Betroffene auch andere emotionale Reaktionen auslösen, als die vielfach vorgefilterten Nachrichtenschnipsel, die im Hypemodus schliesslich unter das Volk geworfen werden.

London, New Orleans, oder zuletzt, der G8-Gipfel in "Holy-Damn-It" waren Momente, in denen ich von der Dynamik der, teilweise im Minutenrhytmus eintrudelnden, Informationen mitgerissen wurde, und kaum noch zu Anderem kam. Das ist auch in Ordnung. Anlässlich bestimmter Ereignisse.

Alltags spült einen die schiere Flut an Informationen anfangs jedoch weg, wenn der Newsreader mal wieder 2.798 neue abonnierte Nachrichten annonciert. Es ist, als ob man zum ersten Mal eine wirkliche Ahnung davon bekommt, welche ungeheure Menge an sich ständig verändernden Informationen im Netz vorhanden ist, obwohl man noch immer, auch bei 250+ abonnierten Feeds, nur einen sehr, sehr kleinen Ausschnitt davon sieht. Es ist, als ob im eigenen Rechner Dämme gebrochen sind.

Dann muss man schwimmen lernen. Man muss News ignorieren lernen, öfter mal alle Nachrichten einfach als gelesen markieren und Feeds, die wenig eigenständige Meldungen veröffentlichen, oder durch schlechte Handhabung nerven, einfach wieder rausschmeissen. So stehen bei mir derzeit die Frankfurter Rundschau und die Frankfurter Allgemeine auf der Abschussliste, weil der Aufruf ihrer Meldungen neuerdings mit enervierenden Werbe-Popups einhergeht, die sich in meinem Newsreader leider nicht richtig blocken lassen. So what? Für jedes eliminierte Abonnement warten draussen zwanzig neue, die es lohnen.

Nach einer Weile pegelt man sich dann ein. Man konzentriert sich auf Feeds, die man täglich checkt - (eine kleine Sammlung davon findet sich im Starterkit) - man liebt die Blogs und Publikationen, die einen immer dann mit Lesestoff und Hintergrundartikeln versorgen, wenn man früher gelangweilt in alten Zeitungen geblättert, oder mal wieder erfolglos die drei Hauptbookmarks nach Neuem abgeklappert hat, und man pflegt die Adressen, die einen zuverlässig, aber eher beiläufig mit Informationen aus dem eigenen Spezialgebiet versorgen.

Nach einigen Jahren der Anwendung bleibt festzustellen, dass sich mein Internet-Nutzungsverhalten drastisch verändert hat. Die meiste Zeit im Netz verbringe ich inzwischen mit meinem Newsreader (Vienna), auch wenn ich durch interessante Verlinkungen mal wieder in einen klassischen "Surf-Modus" gerate. Firefox benutze ich fast nur noch, wenn ich selber publiziere, oder ganz gezielt eine Seite ansteuere, für die ich die umfangreicheren Funktionen des Mozilla-Browsers benötige.

Erst seit Nutzung des Newsreaders habe ich eine ungefähre Vorstellung davon, was im World Wide Web tatsächlich los ist. Die Entdeckung von Newsfeeds war, wenn man so will, ein ganz persönliches "Web 2.0", und das, womit ich inzwischen täglich umgehe, ist kein buntes Programm, kein schlaues Handbuch, sondern die gigantischste und mächtigste Nachrichtenmaschine aller Zeiten.

-Schluss-

zum "Starterkit"
Kostenlose Newsreader, 25 Abonnementempfehlungen, weiterführende Links zu RSS

zurück zur Übersicht
zu den UMLOG RSS-Newsfeeds


tags: RSS, Feeds, Newsreader, Internet

Link des Artikels: http://um3000.twoday.net/stories/4242120/
Rubrik: 05 - NETZ & RECHNER
0 Kommentare

Samstag, 1. September 2007

Netz und Rechner

Wucherndes Medium + Werkzeug des Jetzt.
Alarmismus, Reflektion, Updates und Downgrades.

"Kill Bill!" oder "Stay Alert - Stay Alive!" Nachrichten, Meinungen und Erfahrungen mit Internet, elektrischem Zentralwerkzeug und Datenstrom.

Link des Artikels: http://um3000.twoday.net/stories/4257624/
Rubrik: 05 - NETZ & RECHNER
0 Kommentare


Link: UMLOG-FrontpageLink: um3000-Hauptseite©- some rights reserved: Creative Commons

xml version of this page xml version of this page (summary) xml version of this topic
Knallgrau New Media Solutions - Web Agentur fr neue Medien powered by Antville powered by Helma twoday.net AGB